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[ Letztes Update 20.02.2005 ]

Plain Rap

Wer mit HipHop auch nur im Entferntesten etwas anfangen kann, hat hier das Album 2000 gefunden. Musikalisch hat die zum Trio geschrumpfte California Crew ihre Stärken fast noch besser heraus gearbeitet als auf den beiden ohnehin schon grandiosen Vorgängern „Bizarre Ride“ (‘92) und „Labcabincalifornia“ (‘96). Heißt: Die Band, die genug Humor hatte, eine der anrührendsten Rap-Balladen aller Zeiten („Passin’ Me By“) mit einem herzhaften Rülpser abzuschließen, geht noch melodiöser an die Sache heran und ist textlich gewitzt genug, um ganz Restkalifornien (und mindestens drei Viertel von New York dazu) in die Tasche zu stecken. Absolut real der Scheiß, und was andernorts in unappetitliche R’n’B-Schleimigkeiten entgleist, ist hier echter Soul. Die latente, über weite Strecken vorhandene Grundmelancholie mündet in neue Klassiker, die vorangegangen wie „Runnin’“ locker das Wasser reichen können: „Somethin’“, „Misery“ oder die Vorab-Single „Frontline“ sind die Songs, die einen dabei zunächst am nachhaltigsten beeindrucken können, doch auch die restlichen Stücke wachsen mit jedem Hören. Die Beats sind immer wohl temperiert und verhältnismäßig schnörkellos, dazu kommen Samples, die von hohem musikalischem Verständnis zeugen, und einen Rhymeflow, der kaum zu toppen ist. Fazit: „Plain Rap“ bietet kompakte 50 Minuten, während der man sich musikalisch rundum wohl fühlen kann - und das ist mehr, als jedes andere HipHop-Album in diesem Jahr bieten konnte.



 

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