Pharcyde Plain Rap
von Intro
Der Sommer 1995 war drückend heiß in Köln. Pharcydes zweite LP Labcabincalifornia erschien und wurde zusammen mit dem Roots-Debüt für mich zum Soundtrack einer unglücklichen Liebe. And then she said, itd be good if you stayed with me tonight. And then she granted me a kiss, hieß es ungefähr bei She Said. Seitdem mag ich alle drei Beteiligten sehr. Danach aber gab es bis auf die 99er-EP Testing The Waters auf dem bandeigenen Label Chapter One kein Lebenszeichen mehr von Pharcyde - bis jetzt. Und Plain Rap, das dritte Album seit dem 92er-Debüt Bizarre Ride II The Pharcyde, ist wieder genau das: keine Fisimatenten, keine Angeberei, kein Gepose, statt dessen nur Skills, Humor, Weisheit. Kuschelig und sympathisch, melancholisch und anschmiegsam liefern die zum Duo Imani und Brown geschrumpften Los Angelitos ähnliches wie die direkt um die Ecke wartenden Black Eyed Peas: Momentaufnahmen und Alltagsgeschichten über warmen Beats. Als einziger Gast ist Black Thought von den seelenverwandten Roots dabei, und natürlich niemand aus dem HipHop-Megaseller-Gästezirkus. Denn das hier ist real, Mann. Das, was Quannum seit einiger Zeit so gut machen, nämlich Westküsten-HipHop den glibbrigen Goldring-Fingern von Gangstas und Hustlern zu entreißen, kann man bei Pharcyde schon seit acht Jahren hören. Plain Rap eben - Native Tongues aus Los Angeles.
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