Biographie (mit freundlicher Genemigung von Fourmusic)
The Pharcyde aus Los Angeles haben mit ihrer Mischung aus Tanzeinlagen, intelligent-verrückten Texten und Funky Beats schon immer die Menge gerockt - dies ist die Geschichte ihrer Entwicklung von wilden Youngsters zu erfahrenen Gentlemen.
Die drei jungen Tänzer Brown, Imani und Tre trafen bei Auftritten in Clubs in Los Angeles den Produzenten J-Swift und gründeten die Formation 242. Als Tänzer waren sie in Videos zu sehen, begleiteten Tourneen und traten sogar in der TV-Show "In Living Colours" auf. Später trafen sie Fatlip und gründeten The Pharcyde. "Wir machten eine Menge Showcases und spielten bei Schul-Talentshows" erzählt Brown. Dann nahmen sie ein Demo auf, mit dem sie das Interesse zahlreicher Labels weckten. Brown erinnert sich: "1991 trafen wir Paul Stewart, einen alten Mitarbeiter von Delicious Vinyl. Zwei Wochen später riefen Labels von überall her an, doch Paul stellte uns bei Delicious vor, und uns gefiel es, auch weil es ein Label aus LA war".
Kurz darauf nahmen The Pharcyde ihr Debut-Album "Bizarre Ride II The Pharcyde" auf und stellten es bei einer Listening Party im Dec 9 vor. "Es war unser erster großer Auftritt in LA" erzählt Brown, "und es sollte eine unserer schlechtesten Shows aller Zeiten werden". Obwohl man es nach diesem Auftritt nicht erwartet hätte, wurde das Album ein voller Erfolg und erreichte Gold Status in den USA. Die Produzenten waren J-Swift, John Barnes, Fatlip, Brown und Slimkid. Als Singles wurden das unbekannte "Ya Mama", der Klassiker "Passing Me By" sowie "Otha Fish" ausgekoppelt - die Texte verbanden Humor, Liebe und Lebenserfahrung. Das änderte den West Coast HipHop, an den sich alle gewöhnt hatten, von Grund auf - und dieser frische Wind, für den The Pharcyde sorgten, sollte nicht nur die Popularität der Band enorm steigern, sondern auch ihren Charakter bilden.
Auch bei Live-Auftritten zeigten The Pharcyde ihr Können, indem sie die Musik mit dem Tanzen verbanden - u.a. tourten sie über zwei Jahre mit Lollapalooza, waren mit A Tribe Called Quest und mit De La Soul auf Welt-Tournee. Die wichtigste Show, an die sich Imani erinnert, war der Auftritt im Rock Steady Park; für Bown war es "New York City Live. Es war ein Auftritt, zu dem alle Leute, die ich für dope hielt, kamen, um neue Kids wie uns anzuschauen. In dieser Nacht rockten wir, und es war unser erster East Coast Kontakt mit der New Yorker HipHop-Industrie".
Der Nachfolger von "Bizarre Ride" war "Labcabincalifornia", das die Band über zwei Jahre im "Lab Cabin"-Studio im Los Angeles-Vorort Los Feliz aufnahm, zu den Produzenten gehörten DiamonD, Brown und Fatlip. Das Ergebnis waren weitere Klassiker wie "She Said" und "Somethin' That Means Somethin'" sowie die Singles "Runnin'" - die von keinem Geringeren als Jay Dee (inzwischen Mitglied von Slum Village und The Umaah) produziert wurde - und "Drop" mit einem innovativen Video von Spike Jonez, für das die Gruppe den ganzen Song rückwärts lernen musste; das Ergebnis war ein Meisterwerk, in dem die Bandmitglieder eine Treppe hochfallen.
Obwohl sich das alles wie Zuckerschlecken anhört, lernte die Grupper auch die Schattenseiten des Musikbusiness kennen. Imani dazu: "Es war eine Entwicklung von im Hintergrund bleiben zu im absoluten Mittelpunkt stehen; das war neu und fremd für uns. Wir wussten sehr wenig über die Musikindustrie und wie sie funktioniert. Am Anfang waren wir begeistert und motiviert, aber die Dinge haben sich verändert - wir haben uns verändert. Vielleicht sind wir einfach alle auseinandergewachsen und haben uns gegenseitig gelangweilt." So nahmen die Dinge ihren Lauf, die Band und Fatlip kamen zu dem Schluss, dass es für alle besser wäre, wenn er seine Solo-Karriere verfolgen und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt wieder einsteigen würde. Später beschloß auch Slimkid solo weiterzumachen und verließ ebenfalls die Band.
Bleiben Imani und Brown als einzige Bandmitglieder. "Wir haben jetzt zwar eine Live-Formation bei den Shows dabei, aber nicht mit zu viel Gewicht; das Ganze soll immer noch HipHop bleiben, wie er den Leuten gefällt" erklärt Brown - und das wird auch vom Publikum bei den zahlreichen Auftritten honoriert. Solche Erfahrungen führten die Band in ihrer Entwicklung von jungen und wilden zu erfahrenen und "weisen" Musikern zu ihrer Unabhängikeit und Eigenständigkeit.
Inzwischen haben Brown und Imani ein kleines Label namens "Chapter One" gegründet, auf dem ihre EP "Testing The Waters" erschienen ist und Künstler aus der ganzen Welt veröffentlichen sollen. Außerdem verfolgt The Pharcyde diverse Side-Projects von Rae and Christian bis Tjes Boogie aus Dänemark.
Jetzt ist ihr neues Album "Plain Rap" fertig, bei dem sich Brown intensiv um die Produktion gekümmert hat und auf dem u.a. die Sängerin Diana Brooks, Scott Wison und Blackthought von The Roots gefeatured werden.
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